Reisekrankheiten


Babesiose (Babesia canis u.a.)

Vorkommen:

In Europa, besonders in den Mittelmeer-Anrainerstaaten, sowie Portugal, Frankreich, Schweiz, ehemaliges Jugoslawien und Ungarn. USA, Zentral- und Südamerika, Asien, Afrika und Australien.

In Deutschland kommt die Krankheit bisher nur regional begrenzt (endemisch) im Raum Kehl, Offenburg, Lahr, Emmendingen, Freiburg (Breisgau), München und Regensburg vor.

Übertragung: Die Blutparasiten werden beim Blutsaugen der braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguinesus), in Deutschland auch durch die Auwaldzecke (Dermacentor reticularis) übertragen.

Symptome: Gelbsucht (Ikterus), häufig hohes Fieber, dunkler Urin, Blutarmut, selten Durchfälle.

Inkubationszeit: 10 - 21 Tage

Prognose: Bei Therapie und B. canis-Infektionen günstig. Andere Babesienarten können schwer zu eliminieren sein.

Prophylaxe: Zeckenprophylaxe mit permethrinhaltigen Spot on-Präparaten oder ein Deltamethrinhalsband. Eine einmalige Applikation von Imidocarbdipropionat schützt Hunde ebenfalls ca. 4 – 6 Wochen vor einer Infektion.



Dirofilariose/Herzwurmerkrankung (Dirofilaria immitis)

Vorkommen:

In Europa, besonders in den Mittelmeer-Anrainerstaaten, sowie Ländern südlich des 45. Breitengrades. Teile der USA, Mittel- und Südamerika, Asien, Neuseeland und Australien.

Übertragung: Beim Blutsaugen von bestimmten Stechmückenarten.

Symptome: Leistungsabfall, Husten, Atembeschwerden, Rechtsherzbeschwerden, selten plötzliche Todesfälle oder Kollaps. Sekundäre Nieren- und Leberschädigungen können auftreten.

Inkubationszeit: ca. 190 Tage

Prognose: Je nach Befallsstärke verschieden.

Prophylaxe: Bestimmte Spot on-Präparate, sowie ein oral zu verabreichendes Präparat stehen zur Verfügung und sollten schon vor und auch nach Reiseantritt angewandt werden.



Ehrlichiose (Ehrlichia canis, phagocytophila, platys)

Vorkommen:

In ganz Europa, USA, Südamerika und Afrika.

Übertragung: Beim Blutsaugen von, je nach Art, verschiedenen Zeckenarten, meist durch die braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguinesus).

Symptome: Die Krankheitssymptome sind vielgestaltig. Meist bestehen hohes Fieber, Blutungsneigung, Blutarmut, Erbrechen, Durchfall, Atemwegserkrankungen und neurologische Ausfälle.

Inkubationszeit: 5 - 21 Tage.

Prognose: Bei Therapie günstig.

Prophylaxe: Zeckenprophylaxe mit permethrinhaltigen Spot on-Präparaten oder ein Deltamethrinhalsband.



Leishmaniose (Leishmania infantum)

Vorkommen:

Mittelmeerländer, v.a. südlich des 45. Breitegrades.

Übertragung: Beim Stich der dämmerungsaktiven Schmetteringsmücke (Phlebotomus spp.)., auch Sandmücke genannt.

Symptome: Die Krankheitserscheinungen sind sehr variabel und treten oft erst Monate bis Jahre nah der Ansteckung auf. Bei der Hautform fallen eine starke Schuppung, Haarausfall, ulzerative, eitrige bis geschwürige Hautveränderungen und z.T. ein verlängertes Kraqllenwachstum auf. Die viszerale Form äußert sich unspezifisch häufig mit Gewichts- und Konditionsverlust, Erbrechen, Durchfall und Lymphknotenschwellungen.

Inkubationszeit: 3 Monate bis 7 Jahre

Prognose: Gute Therapierbarkeit, häufig aber keine Erregerelimination möglich, daher lebenslange Therapie nötig.

Prophylaxe: Auftragen von permethrinhaltigen Spot on-Präparaten (ALLE 14 Tage im Urlaub) oder ein Deltamethrinhalsband. Gabe eines Harnsäuretherapeutikums während des Auslandaufenthaltes.



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